Verena Vanoli - Soloshow

Verena Vanoli - Soloshow

sans titre by verena vanoli

Verena Vanoli

Sans titre, 2010

Prix sur demande

vendredi 23 mars 2012samedi 28 avril 2012


Zurich, Switzerland

Verena Vanoli - Soloshow

23.03.2012 - 28.04.2012

Die Galerie ART FORUM UTE BARTH präsentiert eine Solo-Show der Schweizer Künstlerin Verena Vanoli (*1950, Luzern), die in Immensee und in Alos/Frankreich arbeitet. Mit Fahrradschläuchen umwickelte und gestrickte Gegenstände, die aus dem Spannungsverhältnis zwischen dem schwarzen Kautschuk und den mit ihm kombinierten Alltagsobjekten ihre Wirkung entfalten, gehören zum Grundrepertoire ihres Schaffens.

Die Darstellungsformen mit Kautschuk sowie die Fotografie standen im Mittelpunkt der Debatte um die Indexikalität in der zeitgenössischen Kunst, da der Kautschuk, aufgrund seines hautähnlichen physischen Charakters, Spuren, Masken und Abdrücke, also indexikalische Zeichen des Realen, verkörpert. Verschiedene Künstler wie Bruce Nauman, Richard Serra, Louis Bourgeois, Eva Hesse und Heidi Bucher, die mit ihrer experimentellen Gummi-Kunst die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem Abgebildeten und der Wirklichkeit und zwischen Abbildung und Bildproduktion stellten, provozierten und erweiterten somit die Grenze des traditionellen Werkbegriffs. Denn das identische Aussehen von ursprünglichem und künstlerisch verarbeitetem Material machte paradoxerweise auf den Mangel an Ähnlichkeit oder auf die Verfremdung des Ursprungsmaterials durch mediale Transformationen noch deutlicher. Die Haut-Metapher (Latex als zweite Haut), die ohne Zweifel auch den Fetisch-Charakter des Materials unterstreicht, ist bei der Wahrnehmung von den Arbeiten Vanolis zentral, wenn auch das Formen durch den flüssigen oder giessbaren Latex nicht ihrer Methode entspricht.

Als Ausgangsmaterial für ihre künstlerischen Arbeiten verwendet Vanoli schwarzen industriellen Kautschuk (eine Mischung aus Natur- und synthetischem Latex, Erdöl und Russ), der häufig als Stoff für Fahrradschläuche verwendet wird. Im Gegensatz zum Naturkautschuk ist dieser von der Farbassoziation und seines industriellen und modischen Einsatzes mit Eindrücken wie Härte, Geheimnis, Unanständigkeit, Provokation, Leidenschaft, Männlichkeit und Erotik verbunden. Diese ästhetische Besonderheit des schwarzen und zähen Kautschuks wird in ihren Arbeiten selektierter Objekten wie einem Teddybär, einer Gitarre, einem Heuhaufen und anderen Dingen kontextuell gegenübergestellt, wobei die Gegenstände mit den Gummistreifen fest umgewickelt sind. Die kulturellen Symbole der jeweiligen Gegenstände stehen stets am Ausgangspunkt der Wahrnehmung, dabei rückt die Frage ins Zentrum des Bewusstseins, ob das Gummi-Material die ursprünglich hervorgerufenen Konnotationen der ausgewählten Objekte verstärkt oder diese verdeckt. Die Gummi-Verkleidung als künstlerische Strategie, welche Grenzen zwischen dem Äusseren und dem Inneren, zwischen dem Sichtbaren und dem Verborgenen und zwischen dem Auffälligen und dem Geheimnisvollen verwischt, berührt die Problematik der instabilen, ambivalenten Identitäten der Dinge.

Ihre Objekte/Skulpturen, die nach einem Strickverfahren entstanden sind, weisen auf eine Bruchstelle zur bisherigen Verfremdungsästhetik hin. In dem Werkkomplex „Links, Rechts“ (2011), der auf die Bezeichnungen der Struktur der Maschen der Strickware hindeuten, handelt es sich um gestrickte Skulpturen aus schwarzen elastischen Gummischläuchen. Die zähe und widerspenstige Eigenschaft des Materials wird durch die meisterhafte technische Verarbeitung gebogen und gezähmt. Die neuen Variationen, die sich auf die gestalterische Fähigkeit der traditionell weiblich konnotierten Handarbeiten stützen, heben den Aspekt der Wiederverwendung und Neuwertung des Materials hervor.