Philipp Keel: Splash (Kantstraße)

Philipp Keel: Splash (Kantstraße)

air mattress ii by philipp keel

Philipp Keel

Air Mattress II, 2012

Prix sur demande

shark by philipp keel

Philipp Keel

Shark, 2013

Prix sur demande

vietnamese water lillies by philipp keel

Philipp Keel

Vietnamese Water Lillies

Prix sur demande

sierra sunrise by philipp keel

Philipp Keel

Sierra Sunrise, 2004

Prix sur demande

ray-ban series, one by philipp keel

Philipp Keel

Ray-Ban Series, One, 2010

Prix sur demande

crow by philipp keel

Philipp Keel

Crow, 2010

Prix sur demande

samedi 7 décembre 2013samedi 22 février 2014

Kantstrasse 149
Berlin, Germany

Philipp Keel
Splash

Ausstellung vom 7. Dezember 2013 bis 22. Februar 2014
CAMERA WORK ⋅ Kantstraße 149 ⋅ 10623 Berlin
Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag ⋅ 11–18 Uhr


CAMERA WORK freut sich, ab dem 7. Dezember 2013 eine Einzelausstellung von Philipp Keel zu präsentieren. Die Ausstellung »Splash« zeigt eine exklusive Auswahl an Photoarbeiten des Künstlers und lädt dazu ein, sein spannendes Oeuvre zu entdecken, welches konzeptuelle mit abstrakter Photokunst vereint.

Über 100 Millionen Bilder werden weltweit täglich auf Facebook hochgeladen, die Zahl der gemachten Photos in Deutschland beläuft sich auf über 200 Millionen – pro Tag. Diese Entwicklung und die bewusste kritische Auseinandersetzung damit sind Ausgangspunkt des konzeptuellen Selbstverständnisses des Künstlers Philipp Keel. Versteht man die schiere Flut an Bildern als eine mediale Parallelrealität, die zumeist die Wirklichkeit zu konservieren versucht, so sind die Arbeiten von Philipp Keel als bewusster Antagonismus dessen zu verstehen: persönlich, paradox, querdenkerisch.

»Das Glück in meiner Arbeit ist nicht, dass mir ein Motiv begegnet, sondern dass ich in diesem entscheidenden Augenblick auch eine Kamera bei mir habe. Danach werde ich vom Sammler von Impressionen zum Experimentierenden.« – Philipp Keel

Philipp Keel hat nicht vor, die pure Realität abzubilden. Vielmehr verändert er durch bewusste Überspannung, Verzerrung, aber auch Reduktion die sichtbare Wirklichkeit – er suggeriert Realität, um dadurch den Blick des Betrachters darauf zu schärfen. Um das verrückte Leben zum Leben zu erwecken, wird bei Philipp Keel also das Normale verrückt. Diese Überzeichnung – seien es die Formen von Seerosenblättern oder die Farbenspiele der Sierra Nevada, wie sie nur Ray-Ban sehen kann – fordert das rezipierende Subjekt dazu auf, die Faszination einer subjektiven Deutung der Realität zu erfahren. Aus Licht und Form entsteht Kunst – für Philipp Keel sind beide unabdingbare und aufeinander abzustimmende Elemente. Nicht zuletzt in Arbeiten, die in den Mikrokosmos des täglichen Lebens eindringen und aus teils skurrilen Trivialitäten Photokunstwerke vollendeter Schönheit werden lassen, spiegelt sich dies ästhetische Bewusstsein wider. So wird aus der Fruchtfleischstruktur einer Melone im Spiel mit ihren Kernen in der Serie »Watermelon Seeds« eine intensive Erfahrung von Farben und Formen. Der Grad des Abstrahierens wird dabei stets bis zu einer Schwelle getragen, an der die Rezeption und das subjektive Verarbeiten des Abgebildeten samt dessen (ir-)realer Ästhetik ungehindert möglich sind. Es bleibt, was es bleibt, nur anders.

Die Verfremdung als ästhetisches Werkzeug ist nicht Inhalt, sondern Mittel. Sichtbar wird diese Anpassung von Form und Farbe etwa beim Werk »Below the Surface«. Nicht unwesentlich geprägt durch seine Zeit im kalifornischen Los Angeles, ist Wasser als wiederkehrendes Element im Oeuvre von Philipp Keel auch in der Werkgruppe »Air Mattress« wiederzufinden. Eindrucksvoll zeigt die Serie, wie durch einen besonderen Ausschnitt, dynamische Lichtreflektionen oder farbliche Veränderungen unterschiedliche Erfahrungen beim Betrachten der Arbeiten ausgelöst werden können, von aufwühlend über erregend bis hin zu beruhigend und der Auslösung synästhetischer Wirkungen.

Auf jegliche vorherige Inszenierung verzichtend und nicht darauf bedacht, ein Motiv aufgrund dessen ästhetischer oder referentieller Funktion auszuwählen, setzt der Künstler den Beginn eines Werkes stets in jenem Zeitpunkt, in dem ihn ein ergreifender Moment einholt: beim Autofahren, Schwimmen oder Sinnieren. In diesem besonderen Augenblick der Erfahrung lässt sich Philipp Keel treiben und kreiert das Abbild seines Empfindens. Damit beherbergt jede Arbeit eine autobiographische Facette, ist somit Reflektion seiner eigenen Wahrnehmung und seiner selbst und gewährt dem Betrachter einen intimen Einblick. Die anschließende Phase im Entstehungsprozess ist von einer subtilen Verfremdung bis hin zur Abstraktion gekennzeichnet. Mit einer eindringlichen Hingabe zum Detail wird der auf den Träger »projizierte« Moment nach ästhetischen Empfindungen weiterentwickelt, eine Phase, die bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen kann, bis die Gestalt erreicht ist, die den Künstler endlich ruhen lässt.

Über Philipp Keel
1968 in Zürich geboren, arbeitete sich bei Philipp Keel bereits in früher Kindheit ein starkes Interesse zu den bildenden Künsten heraus. Im Jugendalter begegnete er erstmals dem Medium der Photographie als künstlerisches Ausdrucksmittel. Nach einer Ausbildung am Berklee College of Music in Boston gründete Philipp Keel in der Schweiz eine kleine Werbagentur, auch um die Unabhängigkeit seines Kunstschaffens zu gewährleisten, bevor er an der Münchener Hochschule für Fernsehen und Film Regie studierte. Die anschließend in Kalifornien verbrachte Lebensphase prägte sein künstlerisches Schaffen nachhaltig. Er etablierte sich in dieser Zeit als Künstler, Filmemacher sowie Autor, schrieb u.a. den Bestseller »All about Me« und begann sich intensiv mit Farbphotographie auseinanderzusetzen. Die Kooperation mit dem Printer Don Weinstein – der auch mit Künstlern wie Richard Avedon, Annie Leibovitz und Helmut Newton zusammenarbeitete – öffnete Philipp Keel einen experimentellen Raum, in dem er seine eigene Bildsprache herausarbeiten konnte. Im Alter von 27 Jahren entwickelte er zusammen mit Epson die Imbue Prints – eine bis heute unter Künstlern weit verbreitete Drucktechnik, die auch Grundlage zum persönlichen Anspruch höchster Qualität für Papier, Prints und Rahmungen ist. Neben zahlreichen Ausstellungen weltweit war Philipp Keel im Jahr 2001 auch mit einer Einzelausstellung auf der Art Basel vertreten, in der weltweit erstmals Imbue Prints präsentiert wurden. Seit 1999 erschienen zudem mit »Look at Me«, »Color« und »Aisa – Images from an Imaginary Continent« drei hochwertige Photobücher zum photographischen Oeuvre des Künstlers. Philipp Keel lebt bis heute sein künstlerisches Schaffen über die Photokunst hinaus auch in weiteren Gattungen der bildenden Künste wie Malerei oder in Zeichnungen aus. Nach dem Tod seiner Mutter, der Malerin Anna Keel, und seines Vaters, dem Verleger Daniel Keel, leitet Philipp Keel seit 2012 den Diogenes Verlag.