David Lynch 'Fotografien'

David Lynch 'Fotografien'

vendredi 29 octobre 2010mercredi 22 décembre 2010


Munich, Germany

David Lynch
Fotografien

29. Oktober bis 22. Dezember 2010

Eröffnung: Freitag, 29. Oktober 2010
von 18 bis 22 Uhr

Screening zum Kunstwochenende München 2010:
Sonntag, 31. Oktober 2010 um 15 Uhr

"The Grandmother" von David Lynch mit anschließendem Gespräch zwischen Peter-Klaus Schuster, ehemals Generaldirektor der Staatlichen Museen Berlin, und Fritz Göttler, Kunstkritiker der Süddeutschen Zeitung München

David Lynch (*1946) hat Anfang Oktober eine der bedeutendsten Auszeichnungen im Bereich der bildenden Kunst – den Kaiserring der Stadt Goslar – erhalten. Anlässlich dieser Ehrung zeigt die Galerie Karl Pfefferle parallel zu den beiden umfassenden David Lynch Ausstellungen im Mönchehaus in Goslar und dem GL Strand Museum in Kopenhagen Fotografien des Künstlers. Ein Großteil dieser Fotografien war zuletzt 2009 in der von Werner Spies kuratierten Ausstellung „Dark Splendor“ im Max Ernst Museum in Brühl zu sehen und ist im dazugehörigen Katalog abgebildet.

Die 2008 entstandene „Couch“ Serie wird in der Galerie Karl Pfefferle erstmals komplett zu sehen sein: Liegende weibliche Akte werden ihrer greifbaren Körperlichkeit beraubt, sie verwandeln sich in durchsichtige Lichtgestalten, deren Physis sich aufzulösen und so die eigentliche Idee des Aktes zu konterkarieren scheint. In ihrer Auflösung und Deformation erinnern Lynchs Akte entfernt an die amorph verschlungenen Körperbilder von Francis Bacon, wobei ihnen im Gegensatz zu letzteren eine betörende Sinnlichkeit innewohnt. Das Statische in der Fotografie, deren Effekt auf das „festgehaltene“ Objekt oft als Erstarrung beschrieben wird, überwindet Lynch, indem er seine Motive mehrfach belichtet und so die Bewegung bannt.

In den „Distorted Nudes“ hingegen verformt Lynch Aktfotografien des 19. Jahrhunderts bis zur Entstellung und setzt sie in rätselhafte, fast komplett verschattete Räume. „Schwarz ist“, so Lynch, „wie eine Pforte, man tritt ein und weil es dahinter immer noch dunkel ist, setzt die Fantasie ein. Man sieht das, wovor man Angst hat. Und das, was man liebt, wie in einem Traum.“ David Lynch entwickelt seine Bildwelten, seien es die seiner Fotografien oder seiner frühen Filme, aus der Dunkelheit. Meist scheinen sie mehr zu verbergen als preiszugeben und sind gerade deshalb von einer überwältigenden Anziehungskraft, die oft in einer Mischung aus Bedrohlichem und Skurrilem begründet ist. Das Geheimnis liegt immer hinter und unter den Dingen, und die Wahrheit in diesem Geheimnis.

Im Rahmen des Kunstwochenendes München zeigen wir in der Galerie am Sonntag, den 31. Oktober um 15 Uhr den Kurzfilm “The Grandmother” (34 Min) von David Lynch aus dem Jahr 1970. Im Anschluss sprechen Peter-Klaus Schuster, ehemaliger Generaldirektor der staatlichen Museen Berlin, und Fritz Göttler, Filmkritiker der SZ, über das Werk von David Lynch. Die Ausstellung an jenem Wochenende zusätzlich zu den gewohnten Öffnungszeiten (Dienstag bis Freitag 11 bis 18 Uhr, Samstag 11 bis 16 Uhr) geöffnet: Samstag, 30. Oktober 2010 und Sonntag, 31. Oktober 2010 jeweils von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt zu Ausstellung und Veranstaltung ist frei.