Ralf Peters

Ralf Peters

kite by ralf peters

Ralf Peters

Kite, 2012

berg / wasser by ralf peters

Ralf Peters

Berg / Wasser, 2012

baum 3 by ralf peters

Ralf Peters

Baum 3, 2011

vendredi 1 mars 2013samedi 6 avril 2013


Berlin, Germany

Ralf Peters

Eröffnung: 1. März, 18-21 Uhr

In einer Zeit, in der die digital gestalteten, virtuellen Welten der Filme, Videospiele und der Werbung zum Alltag gehören und vielfach realer als die Wirklichkeit selbst aussehen, spielt der deutsche Künstler Ralf Peters geschickt mit unseren Erwartungen an das Medium Fotografie.

Ralf Peters, der 1960 in Lüneburg geboren wurde, arbeitet mit einer breiten Palette unterschiedlicher Themen, Motive und Techniken. Alle seine Werke basieren auf alltäglichen Beobachtungen und Motiven. Der Künstler findet seine Bilder wie ein klassischer Fotograf durch die genaue Beobachtung seiner Umwelt. Das Motiv ist jedoch nur ein erster Schritt auf dem Weg zu einem Bild, das weniger eine Aussage über die Wirklichkeit trifft als vielmehr eine Reflexion über die Fotografie und ihr Verhältnis zur sichtbaren Realität darstellt.

Das fotografierte Bild wird so zu einer Konstruktion, deren Erscheinung sich nicht so sehr der Wirklichkeit als vielmehr einer kalkulierten Ästhetisierung derselben verdankt. Eine Fotografie von Ralf Peters wirkt nicht deshalb „echt“, weil sie eine gesehene Szene dokumentiert. Die Bilder von Ralf Peters nähern sich vielmehr einer Vorstellung von Echtheit an, die wir weniger aus der eigenen Anschauung als vielmehr über die tausendfach gesehenen, vielfach digital veränderten Abbilder des Realen gewonnen haben. Angesichts der konzeptuellen Fotografien von Ralf Peters sieht sich der Betrachter stets mit der Frage konfrontiert, ob der Künstler eine beobachtete Szene unverfälscht wiedergibt oder ob seine Bilder nicht doch eine raffiniert hergestellte digitale Manipulation des Sichtbaren sind. Die nüchtern registrierende Fotografie kann dabei fremder wirken als das digital veränderte Bild.

Die Werke von Ralf Peters, der vielfach in Serien arbeitet, beziehen ihre Spannung genau aus diesem Paradoxon. In der Serie „Night / Colors“ werden einzelne Bäume vor nachtschwarzem Hintergrund durch die geschickte Ausleuchtung des Objekts zu skulpturalen Körpern. In den „Candies“ hingegen lösen sich die Formen der fotografierten Objekte durch den Verzicht auf eine Fokussierung auf. Es entstehen bonbonbunte, beinahe abstrakte Kompositionen. In den „Skylines“ wiederum mit ihrem extremen Hochformat rückt das im Titel genannte Motiv nahe an den unteren Bildrand und wird so beinahe zur Nebensache in einem Bild, das von einem neutralen Himmel beherrscht wird. Die beiden scheinbar unspektakulären Fotografien „Broadway“ wiederum zeigen zwei alltägliche Straßenszenen in New York, deren bedeutsamer Unterschied sich erst auf den zweiten Blick offenbart: auf dem einen Bild hat der Künstler alle Frauen, auf dem anderen alle Männer digital entfernt. Die sechsteilige Arbeit „Indoor“ und das Bild „Prince“ zeigen beinahe abstrakte Strukturen, die als fotografische Untersuchungen zum Verhältnis von Raum und Fläche gelesen werden können. Einige Einzelwerke wie „Pool“ oder „Schwarz-Weiß“ wirken als habe der Fotograf die gefundene Szenerie absichtlich arrangiert.

Ralf Peters studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seine Werke wurden weltweit in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt beispielsweise in der Ausstellung „Unscharf – Nach Gerhard Richter“ in der Hamburger Kunsthalle. Seine Werke finden sich in namhaften öffentlichen und privaten Sammlungen wie dem Lenbachhaus in München, der Sammlung der Deutschen Bank oder der UBS Bank in Zürich und Mailand.