Rebecca Raue: The body became space (schultz contemporary)

Rebecca Raue: The body became space (schultz contemporary)

samedi 6 juillet 2013samedi 31 août 2013


Berlin, Germany

The body became space: Körper und Raum stehen sich schon im Titel gegenüber. Nach ihrer Performance ‚Nachts vögeln Engel’ (2002) und der Einzelausstellung ‚wanting the real’ (2011) verwandelt Rebecca Raue in ihrer aktuellen Ausstellung bei schultz contemporary den Galerieraum in ein begehbares Kunstwerk.

Die Berliner Künstlerin macht im Rundumbild den Bildraum zum Raumbild. Sie löst dabei die Begrenzung der klassischen Tafelmalerei auf und thematisiert die Schwere als Körper im Kontrast zur Leichtigkeit des Himmels. Dieser für die Ausstellung neu geschaffene Zyklus untersucht das Undefinierte der Idee von Himmel / Erde und deren Formbarkeit; sie läßt den Himmel als Raum zu und bezieht uns ein als Teil dieses Raums.

Rebecca Raue nimmt in ihrer Installation den Aspekt des Panoramabildes auf und verzichtet dabei auf übliche reale oder perspektivische Darstellung. Den Horizont bestimmt hier das Bild selbst, und die verschiedenen Ebenen im Raum beinhalten in diesem Werk mehrere sich überlagernde Narrationen. Auf den Wandfüllenden Holztafeln kontrastiert sie Überlagerungen von Sichtbarem und Gespiegeltem mit der Realität, „um so die Transformation des Sichtbaren zu bewirken“, sagt die Künstlerin. Die für ihre Malerei charakteristische Verwendung von handschriftlichen Elementen bietet auch im Rundumblick auf The body became space Stichworte an, eröffnet Wortspiele und eröffnet Dialoge über verschiede Ebenen von Wahrnehmung. Die mit Buntstift oder Kohle in die Bildflächen gesetzten Worte und Satzteile verstärken noch den palimpsestartigen Eindruck und die bruchstückhafte Botschaft im Gemälde.

Sie spürt der Körperlichkeit von Farbe nach und erreicht hier ihre Sehnsucht, diese Wahrnehmung in Bezug zum Raum entstehen zu lassen. In Referenz zu einer früheren Performance zu Stillstand / Gehen beim Pilgern nach Santiago (2001, Ankommen) schafft sich Rebecca Raue aber in der Erweiterung von Bildbegriff und Themenkomplexen hier nun ihren eigenen Raum und definiert ihn als körperliches Erlebnis.