Henrik Schrat 'Die Reise nach Westen'

Henrik Schrat 'Die Reise nach Westen'

exhibition view

Exhibition View

Prix sur demande

samedi 7 décembre 2013jeudi 7 février 2013

Kaiserswerther Markt 6a
Düsseldorf, Germany

Eröffnung: 7. Dezember 16-19 Uhr

China – Deutschland: Aneignung oder Kopie?

Henrik Schrat dreht den Spieß um und erzählt eine Parabel.

Wie ist das mit der Aneignung fremder Kultur – wann wird gelernt, wann kopiert und gibt es so etwas wie Authentizität überhaupt? ‚Die Reise nach Westen’ heißt Schrats neue Serie von Arbeiten, die als chinesische Tuschzeichnungen daherkommen, die auf Stoffe aufgezogen sind und als Rolle in traditionellem chinesischen Format an der Wand hängen. Nach einer Reise in China war dem Künstler aufgefallen, dass in China allerorten Ölmalerei betrieben wird, aber hier keiner ernsthaft auf die Idee käme, chinesische Tuschmalerei zu unterrichten. Ein guter Anfang, um über Aneignung und kulturelle Lernfähigkeit nachzudenken.

Schrats Arbeiten erzählen einen berühmten traditionellen Roman Chinas neu, der tatsächlich den Titel ‚Die Reise nach Westen trägt’ (Wu Cheng’en, ca 1590). Das Buch enthält die Geschichte eines anderen Wissensimportes: im 7 Jh reiste ein chinesischer Mönch nach Indien, um buddhistische Schriftrollen nach China zu bringen.In Schrats Arbeiten reist dieser Mönch und seine Begleiter jedoch durchs zeitgenössische Europa und besucht Orte, die viele seiner heutigen Landsleute besuchen. Paris, Berlin ein Hotel mit tropfender Dusche aber auch Metzingen, Trier und den Mount Titlis. Warum diese Orte? La Grande Tour: Die haben alle eine Geschichte...

Auf den Zeichnungen gibt es Text, wie auf traditionellen chinesischen Tuscharbeiten üblich. Die Zitate sind jedoch in Englisch, entstammen Wu Cheng’en’s Roman und schlagen eine Brücke ins Jetzt. An der Aneignung hat Schrat gearbeitet, an der Technik der Tuschzeichnung und sich am Herstellen traditioneller Bildrollen abgearbeitet. Was bis hin zum den roten Siegeln auf dem Blatt aussieht wie traditionelles China, sind typische Arbeiten von Henrik Schrat, narrativ und doppelbödig. Und sie stellen den Kontakt her, zwischen dem was die Arbeiten selbst sind, und dem wovon sie erzählen.