Laurenz Berges (Frankfurt)

Laurenz Berges (Frankfurt)

alte molkerei by laurenz berges

Laurenz Berges

Alte Molkerei, 2011

bei tante emma by laurenz berges

Laurenz Berges

Bei Tante Emma, 2010

kaiser-wilhelm-straße ii by laurenz berges

Laurenz Berges

Kaiser-Wilhelm-Straße II, 2011

vendredi 1 mars 2013samedi 18 mai 2013


Frankfurt am Main, Germany

Laurenz Berges
2. März – 18. Mai 2013

Eröffnung 1. März 2013, 19-21 Uhr

Galerie Wilma Tolksdorf freut sich neue Arbeiten von Laurenz Berges zu präsentieren. Der Künstler, der an der Folkwang Schule in Essen und als letzter Meisterschüler Bernd Bechers an der Düsseldorfer Akademie studierte, widmet sich in seiner künstlerischen Praxis der genauen Beobachtung seiner Umwelt.

Die aktuellen Arbeiten von Berges zeigen meist menschenleere Wohnräume und urbane Straßenszenen, die von einer längst vergessenen Zeit und der erst kürzlich vergangenen Gegenwart erzählen. Ob altmodische Interieurs, Treppenabsätze oder bröckelnde Mauern und Asphalt, die Spuren der Vergänglichkeit sind allgegenwärtig. Die Aufnahmen erinnern an Berges frühere Arbeiten leer stehender russischer Kasernen und vom Braunkohletagebau verdrängter Wohnräume; Räume, die nach ehemaligem Gebrauch von ihren Bewohnern aufgegeben wurden.

Doch in den hier präsentierten Arbeiten weicht das Thema der Vergangenheit einer sich im Umbruch befindenden Gegenwart. In den ausschnitthaft abgebildeten Räumen wirkt altes Mobiliar und Gerümpel fast erzählerisch. Die Aura menschlicher Präsenz lässt sich erahnen und erweitert dadurch die deutlich wiedererkennbarer Handschrift des Künstlers um eine noch komplexere Bildsprache und Kompositionsmöglichkeiten.

Die Stufen in Bei Tante Emma (2010) führen zu einem Ort, den es so schon lange nicht mehr gibt. Die nackte Wand, anstelle eines Einganges, erzählt von einer längst vergangenen Zeit. Die zurückgenommene Gestaltung und verhaltenen Farbtöne verleihen den Bildern eine geheimnisvolle Atmosphäre. Staub, Schimmel und Stockflecken stehen im Kontrast zu der perfekten Ausleuchtung und detailreichen Wiedergabe des Vorgefundenen.

Berges dokumentarischer Stil gewährt einen ganz persönlichen Blick auf die Orte aus seiner Umgebung, die sorgfältig ausgewählt in einem zeitaufwendigen Herstellungsprozess mit einer Plattenkamera aufgenommen werden. Die detailreiche Darstellung verlangsamt die Lesbarkeit und ermöglicht so eine genaue Betrachtung des Abbgebildeten. Daher strahlen seine Inszenierungen der in indirektes Tageslicht gehüllten Zwischenwelten von bewohntem und verlassenem Terrain Ruhe aus. Doch obwohl die Arbeiten zeitlos wirken, ist doch gerade Zeit ein entscheidender Faktor. Es sind poetische Bilder, die das Leben und Spuren alltäglicher Vergangenheit abbilden.

Die Kunstwerke von Laurenz Berges, geboren 1966, werden international ausgestellt und befinden sich weltweit in bedeutenden Kunstsammlungen. Arbeiten des Künstlers wurden zuletzt in einer Einzelausstellung im Oldenburger Kunstverein präsentiert.

_____________________________________________________________________

Galerie Wilma Tolksdorf is pleased to present new works by Laurenz Berges. The artist, who studied at the Folkwang Schule in Essen and as the last master student of Bernd Becher at the Düsseldorf Academy, dedicates his artist's practice to the close observation of his environment.

The current work of Berges shows mostly deserted homes and urban street scenes, which tell the story of a long forgotten time and more recent present. Whether old-fashioned interiors, staircases or weathered walls and asphalt - the traces of transience are omnipresent. The pictures are reminiscent of his earlier works of abandoned Russian barracks and residential areas, which had to give way to the open brown coal pit and were left behind after former use by its residents.

In the works presented here, however, the subject deviates from the mere past to a transition of an ever-changing present. The old furniture and piles of left-behind objects add an almost narrative element to the fragmented interiors. The aura of a human presence is clearly felt and thus expands the recognizable signature of the artist to a more complex visual language and compositional possibilities.

The steps in Bei Tante Emma (2010) lead to a place that is no longer existent. The bare wall, instead of an entrance, tells of a time long forgotten. The withdrawn design and subdued colors give the image a mysterious atmosphere. Dust, mold and mildew contrast the perfect lighting and highly detailed reproduction of the preexisting interiors.

Berges? documentary style gives very personal insights of the places from his environment, which are carefully selected and recorded in a time-consuming production process with a plate camera. The highly detailed representation slows down the readability and therefore allows close observation. Shrouded in indirect daylight, these places somewhere in-between inhabited and deserted terrains convey a sense of calmness and peace. But although the works seem timeless, time is a crucial factor. These images depict traces of everyday life and the recent past in a poetic way.

Artworks by Laurenz Berges, born in 1966, are exhibited internationally and are in major collections worldwide. Works by the artist were recently presented in a solo exhibition at the Kunstverein Oldenburg.