David Lynch: It Happened at Night
Recent paintings and drawings
26. Oktober bis 22. Dezember 2012
Eröffnung: Freitag, 26. Oktober 2012, 18 bis 21 Uhr
im Rahmen des Kunstwochenende München / Art Weekend Munich 2012
Am Sonntag, 28. Oktober 2012 um 16 Uhr spricht Prof. Werner Spies
über das bildnerischen Werk von David Lynch.
Zum ersten Mal werden in München großformatige Materialbilder, Gemälde und Zeichnungen des
amerikanischen Künstlers und Filmemachers David Lynch (*1946) zu sehen sein. Seine letzte umfassende
Ausstellung im Max Ernst Museum in Brühl 2010, dem Jahr, in dem Lynch auch den Goslarer Kaiserring für
sein bildnerisches Werk erhielt, zeigte die ungeheure Kohärenz seines gesamten Schaffens. Lynch kam über die
Malerei zum Film und sie begleitet sein Werk seit dem Malereistudium an der Kunstakademie Philadelphia in
den späten 60er Jahren: „Die Malerei kann wahre Aussagen über alle Aspekte des Lebens machen... Das
gleiche gilt für Musik. Es gibt Dinge, die sich mit Worten nicht ausdrücken lassen. Darum geht es in der
Malerei und beim Filmemachen... Die Malerei zieht sich durch alles andere hindurch“, so Lynch. Seine
szenografischen Materialarbeiten, die in Referenz zu Francis Bacon mit schweren Goldrahmen umfasst sind,
werden zu Räumen oder Bühnen innerhalb derer sich Lynchs Lust an Geschichten ohne Ausgang und Rätseln
ohne Lösung entfaltet. In die Bilder eingefügte Wortfetzen und Sätze wie „I burn pinecone...“ deuten
beunruhigende Handlungsstränge zwar an, offenbaren aber nie deren Ausgang. Lynch spielt mit
Proportionssprüngen, ignoriert die Gesetze der Perspektive, setzt Fernes und Nahes nebeneinander und ordnet
so den Gegenständen im Bild Bedeutungsgrößen zu. Immer wieder wird das Auge des Betrachters vom Detail
angezogen und der Blick in extremer „Naheinstellung“ gebannt. Eine Ameise ist bei Lynch so groß wie ein
Haus, und ein „distant memory“ – die vage Erinnerung an das Antlitz einer Frau – hat die Größe eines
Streichholzbriefchens. David Lynchs Bildwelten scheinen immer mehr zu verbergen als preiszugeben und sind
gerade deshalb von einer überwältigenden Anziehungskraft, die oft in einer Mischung aus Bedrohlichem und
Skurrilem begründet ist. Wie Werner Spies es formuliert: „Dem unerhört sensiblen, kalkulierten Umgang mit
dem Unheimlichen entkommen wir nie.“
Zu sehen sind die Arbeiten bis zum 22. Dezember 2012, dienstags bis freitags jeweils 11 bis 18 Uhr, samstags
11 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. Zusätzliche Wochenendöffnung zum Kunstwochenende München:
Freitag, 26. Oktober 2012, 18 bis 21 Uhr, Samstag, 27. Oktober 2012, 11 bis 18 Uhr und Sonntag, 28. Oktober
2012, 11 bis 18 Uhr.
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