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Thomas Florschuetz: Glas/Wasser    May 10 - Aug 21, 2013

Ausstellungsansicht “Thomas Florschuetz – Glas/Wasser” in der Galerie m Bochum, 2013
Thomas Florschuetz
Ausstellungsansicht “Thomas Florschuetz – Glas/Wasser” in der Galerie m Bochum, 2013
 
  
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Thomas Florschuetz: Glas/Wasser

Die Galerie m Bochum zeigt vom 10. Mai bis zum 21. August drei Werkgruppen von 
Thomas Florschuetz (*1957 in Zwickau). Glas/Wasser aus dem Jahr 2012/13 und Untitled (K52) von 2013 werden der frühen Serie Multiple Entry, 1997/2008, gegenüber gestellt. Das Interesse 
des Künstlers galt in den letzten Jahren vornehmlich architektonischen Motiven, die er weltweit fotografierte, nun führen ihn seine jüngsten Werke wieder zurück ins Atelier. Verbindendes Bildthema 
der drei Serien ist das Erfassen der Erscheinung der jeweiligen Gegenstände und deren Darstellung 
im Bild. Ausschnitthaft und in extremer Nahsicht setzt Florschuetz das Sujet in Szene, unterläuft gewohnte Seherfahrungen und regt zu einem untersuchenden optischen Abtasten des Motivs an.

Die Aufnahmen der Serie Glas/Wasser fokussieren ein mit Wasser und teilweise mit Eiswürfeln gefülltes Glas. Eng an den Bildrand gerückt oder gar von ihm beschnitten, nimmt das Gefäß nahezu die gesamte Bildfläche ein. Am Glas perlt Kondenswasser, das Linien in tropfenden Furchen auf die Oberfläche zeichnet und so die Grenze, das Außen, des Glases markiert. Die transparente Außenhaut des Gegenstandes fasst seinen flüssigen Inhalt in einen Körper, wobei er in der Fragmentierung des Bildausschnittes mehr als Fläche, denn als gewölbte Form erscheint. Die Eiswürfel haben eine eigene semitransparente Körperlichkeit; Im realen Bildraum befinden sie sich im Mittelgrund und durch das Spiel mit Nahsicht, Fokus und Schärfentiefe, treten sie in den Vordergrund des Bildraumes. Glas und Wasser reflektieren Farben und Umrisse des Umfeldes, ohne dass eine genaue Verortung möglich ist. Thomas Florschuetz untersucht die Phänomene Licht, Farbe, Spiegelung und Reflektion auf technischer und kompositorischer Ebene. In den unscharfen Bereichen des Hinter- und Untergrundes sowie des Glases lösen sich die Formen in malerisch anmutende Flächen auf. Formen- und Farbflächen lassen innerhalb des Bildes eigenständige Kompositionen entstehen.

Unscharfe Farb- und Formenmuster kennzeichnen auch die Bilder der Serie Untitled (K52). Es ist der direkte Blick auf und aus Florschuetz’ gefrorenem und langsam auftauendem Atelierfenster. Teilweise bildet Eis auf dem Glas ein Krakelee aus, oder die Aussicht vor dem Fenster scheint nur durch eine nebelige Oberfläche hindurch. Außen und Innen verdichten sich auf dem Glas wie auf einer Mattscheibe. Florschuetz verwendet für alle Bilder der Serie denselben Bildausschnitt. Da die Aufnahmen in einem relativ kurzen Zeitraum entstanden sind, werden kleine, aber deutliche Veränderungen sichtbar, anhand derer sich ein visuelles Spektrum von abstrakter Oberfläche und monochromem Farbverlauf hin zu schemenhafter räumlicher Andeutung auffächert. Während sich der Blick in der Werkgruppe Glas/Wasser auf einen körperhaften Gegenstand und in diesen hinein richtet, tastet er sich in dieser zweiten Serie der Ausstellung vom Innenraum in den Außenraum.

Glas wirkt in Florschuetz’ Fotografien wie eine Membran: Es ist Körper und Oberfläche zugleich, kann Hülle und Durchlass sein. Bereits in den späten 1990er Jahren hat sich Florschuetz in seiner umfangreichen Werkgruppe Mutiple Entry dem Motiv des Fensters als Gegenstand gewidmet. Die nach Innen geöffneten, doppelflügeligen Fenster gliedern den Bildraum in eine gitterartige Struktur, die Durchblicke und Spiegelungen hinter- und übereinander staffelt. Manche Scheiben zeigen eine Spiegelung des Außenraumes, lassen gleichzeitig den Innenraum durchblicken und verklären die reelle Raumsituation.

Die Durchdringung verschiedener Ebenen des Bildraumes, der Wechsel zwischen gegenständlicher und abstrahierender Darstellung, der verstellte Blick und die partielle Öffnung sowie die Fragmentierung charakterisieren jedes einzelne Werk der Serien. Die Fotografien bieten neue Perspektiven auf den festgehaltenen Gegenstand und schaffen eigenständige Bildräume.

In allen drei Werkgruppen geht Florschuetz dem Phänomen der Erscheinung von Objekten in seiner unmittelbaren Umgebung und deren bildlicher Darstellung mittels Fotografie nach.

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