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Hann Trier
„Berlin-Date“
28. Januar – 18. März 2006
Hann Trier (1915-1999) ist zurück in Berlin. Die Ausstellung „Berlin-Date“ in der Zellermayer Galerie steht ganz im Zeichen der „Lyrischen Abstraktion“.
Gezeigt werden großformatige Leinwände und Aquarelle des Künstlers, die einen Einblick in das Werk der 1940er bis 1990er Jahre bieten.
Mit seiner Lehrtätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste (ab 1957) beginnt Hann Triers enges Verhältnis zu Berlin, das einen Höhepunkt in den Deckenbildern des Charlottenburger Schlosses (ab 1972) findet. Die Deckenbilder markieren Triers Hinwendung zu großen Formaten, von einer durch seine Körperspanne begrenzten „privaten Größe“ in den kleinen Formaten zu einer „öffentlichen Dimension“.
Die ersten Berliner Jahre sind malerisch durch das „Vibrato“, ein Vibrieren von netzartigen Strukturen auf bunten Farbfeldern gekennzeichnet.
In den Aquarellen der 60er Jahre wird die Malerei freier und gestischer. Kalligraphische Muster werden zu Zeichen isoliert und scheinen in den Raum zu schweben.
Das Rhythmische, die Musik zieht sich durch das gesamte Werk Hann Triers. Die große klangvolle Komposition „Il ballo delle Ingrate“ (vierteilig) von 1993 ist von Monteverdis Ballett inspiriert.
Ebenso wie im Tanz bewegt sich der Künstler zwischen Regelhaftigkeit und Improvisation im Malvorgang, den er gleich einem Dirigenten beidhändig mit zwei Pinseln vorwärts treibt.
Der Betrachter ist eingeladen den Bildrhythmus, die Hebungen und Senkungen der gestisch-abstrakten Malerei auf Leinwand im Sehen nachzuvollziehen.
Karolin Bohrer
ZELLERMAYER Galerie Berlin
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