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Julian Opie
Eröffnung: 1. Juli 2011, 18 - 21 Uhr
Ausstellungsdauer: 2. Juli 2011
Krobath Berlin präsentiert neue Portraits von Julian Opie in Siebdruck, LCD und Vinyl.
„Seit einigen Jahren übernehme ich hie und da Portraitaufträge. Mich reizt dabei die Anknüpfung an
frühere Kunstsysteme und Methoden und die Begegnung mit interessanten und begeisterten
Menschen, die mir Modell stehen. Die Portraitierten in dieser Ausstellung, Ika, Maria und Mirjam,
standen mir bereits vor einiger Zeit Modell. Ich kehrte aber jetzt wieder zum Fotomaterial von damals
zurück, um eine Reihe von Bildern zu malen, in denen die Gesichtszüge nicht dargestellt werden. Als
Auftragsarbeit, wo das Gesicht doch ein zentrales Element ist, wäre das nicht denkbar. Ich wollte jetzt
die Körperhaltung und die Umgebung hervorheben. Requisiten, die ich zum Teil kaufte, auslieh oder in
Museen fotografierte, sollten die Bilder vervollständigen. Normalerweise war der Schwerpunkt meiner
Arbeit die Figur. Nun ist es das erste Mal, dass ich in dieser reduzierten Form mehr als die Figur und
ihre unmittelbaren Accessoires darstelle und einen voll ausgefüllten Raum auf der Leinwand schaffe.
Wenn ich meine Modelle fotografiere, breite ich Abzüge von alten Meisterwerken auf dem Boden aus
und bitte die Modelle, die Posen in diesen Bildern nachzustellen. Das wirkt manchmal lächerlich, aber im
Endeffekt sind alle überrascht, wie toll diese Posen in den fertigen Bildern aussehen. Beim Betrachten
von Gemälden aus dem 17. und 18. Jahrhundert entdecke ich Tricks und Kompositionsmuster mit
Säulen, Couchen und Vorhängen als zentrale Elemente in der Bildgestaltung. Darüber hinaus sind
genau diese Requisiten die Erkennungsmerkmale der rechteckigen Kunststoffteile.
Früher gab man das eigene Portrait als Halbfigur oder Hüftbild, und die ganz Reichen als Ganzfigur, in
Auftrag, denn die Körpergröße war bei den Portraits ziemlich originalgetreu, sodass diese
Ganzkörpergemälde recht groß waren. Mich haben Gemälde, die als Objekte in Museen hängen, schon
immer fasziniert, diese schweren Rechtecke mit Tiefe und bunten Farben, umrandet von enormen
goldenen oder ebenhölzernen Rahmen, die einerseits flach und glatt wirken und doch wie offene Türen
in die Tiefe führen. Wenn man sich im Raum bewegt, heben sich die Figuren vom Bild ab oder
versinken in die Tiefe. Am Anfang von Tomb Raider gibt es eine Szene oder besser gesagt einen Level,
wo Lara Croft sich in ihrem englischen Schloss bewegt, in dem Portraits von alten Meistern an den
Wänden hängen – die Pixelierung ist recht grob, sodass man nicht erkennen kann, wer auf den Portraits
zu sehen ist, aber die Tiefe und die Dichte ist erkennbar, und man spürt irgendwie die Wirkung.
Wenn ich manchmal zu früh für einen Zug oder einen Termin dran bin, beobachte ich einfach die
Passanten und betrachte das Geschehen als eine großartige Zufallschoreographie. Menschen gehen
herum, vermengen sich – Fremde, die sich gegenseitig wie mit Navigatoren wahrnehmen. Jede Person
hat einen speziellen Gang und ein charakteristisches Outfit. Vor kurzem bat ich meine Assistenten, auf
meinem Laufband zu gehen und ich filmte sie dabei. Danach fertigte ich Zeichnungen von diesen
Aufnahmen an. Um einen Schritt darzustellen, braucht man in etwa 30 bis 40 Zeichnungen, und wenn
man diese dann zur Schleife schaltet, kann die Figur endlos marschieren. Wenn mal der Film fertig ist,
kann man Einzelbilder abmalen und die verschiedenen Figuren miteinander kombinieren, sodass sie zu
zweit oder in Gruppen marschieren. Ich bin immer wieder überrascht, wie ein einziges Standbild von
einer Bewegung immer noch die Bewegung suggeriert. Die Seitenansicht eines Menschen ist leichter zu
betrachten als eine Frontalansicht und spiegelt die eigene seitliche Bewegung wieder. Auf alten
ägyptischen Wandmalereien und griechischen Steinfriesen wurde auch diese Seitenansicht für die
Darstellung des Gehens verwendet.“
Julian Opie
www.galeriekrobath.de / office@galeriekrobath.at
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Julian Opie
Reception: July 1, 2011, 6 - 9 PM
Exhibit: July 2, 2011 - September 17, 2011
Krobath Berlin presents new portraits by Julian Opie realised in silkscreen, LCD and vinyl.
“I have been accepting occasional portrait commissions for some years now. I like the link to former art
systems and practices and it provides me with interesting and keen models. The people in this show,
Antonia, Maria and Mirjam, were models from some time ago, but I recently returned to the photo shoot
material to make a new set of paintings where the face does not get drawn. These would have been
less acceptable as commissions I imagine, as the face is usually sought after, but the poses and
settings were what I needed. To complete the pictures, I bought and borrowed various props and
photographed some in museums. Drawing out from the figure, this is the first time in this simplified style,
that I have gone beyond the figure and its immediate accessories to fill the canvas and almost create a
full-blown space. When I photograph the models I have print outs of old master paintings spread out on
the floor and ask the models to take up poses based on these. At the time there is something somewhat
comical out the poses, but to everyone´s surprise, people tend to look great in these positions. Looking
at paintings from the 17th and 18th century, I notice tricks and conventions of composition with columns,
couches and drapes that have helped to create these paintings, at the same time the references give
the plastic rectangles a recognisable look.
In past times you would order your portrait as a bust or a three quarter length or, for the very wealthy a
full length–the bodies remained fairly life sized so the full length portrait was pretty big. I have always
loved paintings as objects hanging on museum walls–dense rectangles of depth and shiny colour with
wild golden or dark ebony frames–they seem both flat and smooth yet deep as open doors. Figures
spring from them or recede into their spaces as you walk around the room. There is a scene or rather a
level in the beginning of Tomb Raider where Lara Croft walks around her English mansion and framed
old master portraits hang on the walls - the pixelization is so great that you can not see who the portraits
are, but all the depth and richness are there and you know kind of what they mean.
When early for a train or an appointment, I often stare at the passers-by and see it as a lovely random
choreography. People walk, interweaving, strangers, but aware of each other in a navigational sense.
Each person has a particular and telling gait and outfit. Recently I asked all my assistants to walk on my
walking machine and I filmed and then drew them. It takes about 30-40 drawings to make a full stride
Krobath
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T +49-30-280 426 70
F +49-30-280 426 69
office@galeriekrobath.at
www.galeriekrobath.at
and then when it is looped the character can walk endlessly. Having finished the film, it is often possible
to make paintings from some of the frames and to combine different characters walking as pairs or
groups. I am surprised by how the frozen motion of the single frame still suggests movement. The side
on view of the human is easier to look at than a frontal confrontation and reflects back one´s own lateral
movement. Ancient Egyptian wall paintings and Greek stone friezes used this side on striding pose.”
Julian Opie
www.galeriekrobath.de / office@galeriekrobath.at
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