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Fortuna    Jan 15 - Feb 26, 2011

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Roland Persson
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love me, love me not...
Roland Persson
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Norbert Tadeusz
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Fortuna

Jörg Baier · Gabriele Basch · Ralph Fleck · Franz Gertsch · Hartmut Neumann · Jan Holger Mauss · Roland Persson · Martin Schwenk · Amely Spoetzl · Norbert Tadeusz

Eröffnung: Samstag, 15. Januar 2011, ab 17.00 Uhr
Laufzeit: 15.01. - 26.02.2011

Die unter dem Titel Fortuna vereinten Künstler arbeiten in ihren Werken auf unterschiedlichste Weise mit Prozessen der Verwandlung, Neudeutung und der emotionalen Anreicherung bzw. Entleerung. Ihren Strategien und Vorgehensweisen gemeinsam ist dabei die Nutzung des Mediums Natur mit seinen universellen, vielfältigen Strukturen, seinem formalen Vokabular und ikonografischen Bedeutungen. Dieses Vokabular dient als verbindender, roter Faden der überaus heterogenen Arbeiten der Ausstellung und verbildlicht die formale wie inhaltliche Vielgestaltigkeit des Themas.

Norbert Tadeusz, einer der wichtigsten Figurativen der Nachkriegszeit hat sich über Jahrzehnte mit dem Thema Natur und Landschaft auseinandergesetzt. Zu sehen sind monumentale Seestücke und großformatige Landschaften in schillernd aufgelöstem Kolorit, die auf faszinierende Weise die Mystik des Ortes transportieren. Sie treffen auf die zig tausend, aus Silikon geformten, Margeritenblumen der Arbeit „Love me, love me not,...“ des Schweden Roland Persson, dessen ebenfalls aus Silikon geformter und bemalter Pilze und Löwenzahn, die an verschiedenen Plätzen den Ausstellungsraum bewachsen und bevölkern.

Mit Franz Gertsch zeigt die Ausstellung Werke eines der international renommiertesten Künstler, dessen Arbeiten einzigartig sind in der Kunst des 20 und 21. Jahrhunderts. Seine monumentalen Holzschnitte entwickelt er einzig aus der schier endlosen Punktierung der Druckplatten heraus.So schuf der Künstler die extreme Vergrößerung der in zwei farblichen Varianten präsentierten Gräser II. Mit diesen Holzschnitten hat Franz Gertsch eine Form von Realismus geschaffen, die aus der Fläche in den Raum bricht und eine unmögliche Sicht auf dieses Detail der Natur erlaubt. Den Gräsern zur Seite wuchern die vegetabilen Konstruktionen und Skulpturen Martin Schwenks. Sie greifen an jenem Punkt in die Wahrnehmung ein an dem die als absolut unnatürlich wahrgenommene Künstlichkeit der verwendeten Materialien in den Dienst einer organisch, gewachsenen Sprache gestellt werden.

Gabriele Baschs cut-outs wie auch ihre Malerei vibrieren zwischen der Fläche des Bildträgers und einem durch Struktur und Komposition verliehenen Raum. Dabei treffen technoide Raster auf weich fließende, florale Elemente und bilden eine sensible Balance zwischen harter Konstruktion und weichem Wuchs.
Die fotografischen Arrangements Hartmut Neumanns aus Tieren, Pflanzen und Fundstücken hingegen treffen mit voller Wucht auf den Geschmackssinn. In ihnen verschmelzen Erzählerisches mit Absurdem, Nostalgisches mit Ironischem und Banales mit hochgradig Artifiziellem zu großartig verstörenden Kompendien weit über ihren faunistischen, floristischen Horizont hinaus.

Jörg Baiers großformatige Zeichnungen spielen mit Zitaten und Andeutungen wie die Bildwelten der Max Ernst´schen „Histoire Naturelle“ oder die Strukturexperimente der Nachkriegsabstraktion. Die Sprache von Baiers Zeichnungen kann als sorgsam abgestimmtes Vokabular verstanden werden, innerhalb dessen, Referenzen zu finden sind, die einer Art „Ursuppe“ ähnlich, die Fähigkeit besitzen aus sich heraus Welten, Bildwelten zu erschaffen.
Jan Holger Mauss forscht, entdeckt und legt frei in seinen Arbeiten, was dem Auge zunächst verborgen ist oder vielmehr nie für ein sehendes Auge vorgesehen war. Mit einer Batterie verschiedenartigster Radiergummis wird gerubbelt und retuschiert - dies bevorzugt auf Pornoheften der 50er bis 90er Jahre – bis, allem deftigen Inhalte beraubt, der Blick frei und ungestört auf die sonst eher nebensächlich behandelten Surroundings fallen kann, die vielfach im Außenraum angesiedelt sind. So wird ein Blick auf Landschaft freigelegt, der zunächst nach völlig andersartigen Maßstäben ausgewählt, funktionalisiert und reproduziert wurde.

In den Arbeiten Amely Spoetzl´s verwandeln sich zarte und fragile Weidenkätzchen zu gänzlich unagressiv-agressiven Boxhandschuhen, Pusteblumen werden in sterilen Kapseln konserviert und zum potentiellen „Mitnahmewunsch“ im Wunschspender, sowie verknöcherte Brombeerdornenäste, in Reih und Glied gezwungen, mutieren zu minimalistischen Objekten. Jedes ihrer Werke macht die Poesie des verwendeten Materials spürbar und lässt es auf einzigartige Weise zur Sprache kommen. Ihnen entgegen schlägt die pure Kraft des malerischen Aktes in den großformatigen Feldstücken von Ralph Fleck. Trotz ihrer brachialen Farbgewalt und Gestik, ihres expressiven und materialbezogenen Ausdruckes schafft der Künstler eine sensible Balance die den naturalistischen Ausgangspunkt und dessen Fortführung stets präsent hält und nie in die Abstraktion abgleitet. Damit nimmt Ralph Fleck eine wichtige Position innerhalb der Gegenständlichen Malerei der vergangenen dreißig Jahre ein.

Abbildungen, Biografisches, sowie weitere Informationen erhalten Sie gerne auf Anfrage unter: info@e105.de

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